Hermine Stampa-Rabe
Apr 19th, 2009 by Christel Bröer
ist eine Powerfrau, die keine Grenzen kennt. Nach ihrem Berufsleben hat sie das Radfahren für sich entdeckt. Sie radelt um die Welt: u. a. Reisen durch Schweden, Alaska und Südamerika. Trotz Hitze, Kälte und Sturm hat sie sich nie entmutigen lassen. Über viele ihrer aufregenden Erlebnisse berichteten Radio- und Fernsehen. Sie schrieb in zahlreichen Büchern über ihre Reisen und Abenteuer. 2007 war sie mit dem Fahrrad auf dem Jakobusweg nach Santiago de Compostela, Spanien. Vor kurzem erschien das Buch bei SHAKER media, ISBN: 978-3-994059-54-1: Mit Rad und Kegel zum Heiligen Jakob.
Die Autorin ist Mitglied im Verband der Schriftsteller- in -sh und seit 2008 im Förderverein für zeitgenössische Literatur NordBuch e. V..
Beitrag in Fundstücke: Seite 131
http://www.herminestamparabe.com/
R e d a k t i o n
Horizonte
Birger Bahlo, bba@shz.de
Abenteuer Via Francigena
Zu Fuß von Canterbury nach Rom
Pilger berichten: 70-Jährige wandert
von England über die Alpen bis nach Rom
KIEL Ihre Tochter habe ihr den „Virus eingepflanzt“. Nun bricht sie immer wieder zu neuen Reisen auf, berichtet Hermine Stampa-Rabe am Telefon. Die 70-jährige Kielerin bezieht sich auf den Aufruf in unserer Zeitung, doch über persönliche Erfahrungen auf Pilgertouren zu berichten.
Mit der Tochter radelte sie, was ihr aber nicht so gut gefallen hat. Ihr war es unangenehm, an den Pilgern vorbeizufahren, die mit Gepäck zu Fuß offenbar unter größeren Strapazen zu leiden hatten, als sie selbst.
„Es heißt, wer auf dem Pilgerweg ist, der kriegt Hinweise von oben“, erzählt die Kielerin, die sich selbst als sehr gläubig bezeichnet. Sie pilgerte jüngst auf der Via Francigena von Canterbury über Frankreich, die Schweiz und die Alpen bis nach Rom. Instinktiv habe sie den richtigen Weg gefunden, obwohl das erste Stück von England bis Lausanne in der Schweiz gar nicht ausgeschildert ist.
Schon immer habe ihr die Nähe zu Gott geholfen. Als Kind musste sie viel arbeiten. „Mein einziger Freund war oben im Himmel, so war ich nie allein.“ Die drahtige kleine Frau – sie ist nur 1,56 Meter groß – fühlte sich aber stets körperlich und seelisch stark, so dass ihr die Touren nichts anhaben konnten. Ihr wichtigstes Ziel: „Ich möchte glücklich ankommen.“ Unterwegs singt sie ihre Lieder oder schaut sich mit den offenen Augen einer ausgebildeten Jägerin Fauna und Flora links und rechts des Weges an.
Gerede von den Gefahren einer Pilgerreise wischt die resolute Frau beiseite: „Da ist kein einziger Mensch, der einem etwas tut – die sind alle ganz freundlich.“
Ihre Eindrücke hält sie mit einem Diktaphone und einer Kamera fest und hat aus diesen Aufzeichnungen bereits mehrere Bücher gemacht. Die gibt sie selbst heraus über den Verlagsdienst Shaker Media. „Abenteuer Via Francigena“ lautet der Titel ihres jüngsten Werkes. Damit liegt eine ausführliche Beschreibung des uralen Pilgerweges vor, einer Route, auf die sich auch die Könige in die Heilige Stadt begeben mussten, um vom Papst ihre Königswürde zu erhalten. ax
Pilger berichten: 04841/8965-1329
FLENSBURGER TAGEBLATT
Shz – 11.12.2009