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geboren 1938 in Stettin, seit 1945 im Rheinland und in Niedersachsen. Studium der Fächer Germanistik, Theologie und Philosophie. Seit 1964 mit Familie im Schwarzwald. 1969 Ausbruch von Multipler Sklerose. Gedichte, Zeichnungen, Ölbilder und Collagen. Intensive Ausstellungstätigkeit. Tod 2001 nach akuter schwerer Erkrankung. In ihren Gedichten verarbeitet Gerlinde Großmann ihre Erfahrungen mit Kunst, mit ihrer Krankheit, mit dem Tod ihres zweiten Kindes, aber auch mit der Natur und ihren politischen Überzeugungen.

Beitrag in der Anthologie “Fundstücke, Mauern und Grenzen” mit Lyrik

 

Leseprobe:

 

die trompeten von jericho

 

sonnenschein liegt auf den blüten

er feiert mit ihnen den sommer des himmels

und der hinterhöfe

gelbtöne richten ihre fanfaren gegen die mauer

die alte abbröckelnde mauer

mit den kleinen blumen

und den herabrieselnden steinen

der goldlack verschließt dunkel

rote töne rollen sich ein

ein samtgehäuse für die biene

und der käfer richtet seinen panzer auf

gegen die trompeten von jericho

gegen den sommer des himmels und der hinterhöfe

er schimmert blaugrün er glänzt

ein mistbeet streckt die hellen töne zu boden

es kehrt frieden ein im hinterhof

der himmel hat aufgegeben

die sonne wiegt sich in gelben träumen

auf den blütenblättern unserer blumen

ein trauermantel löst sich

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